Warum Relaunches so oft Rankings killen
Ein Relaunch verändert fast immer Dinge, die Google bereits “verstanden” hat: URLs, interne Verlinkung, Inhalte, Templates, Ladezeiten, Indexierungs-Signale.
Wenn dabei Weiterleitungen fehlen oder Inhalte anders strukturiert werden, verliert Google die Zuordnung: alte Rankings verpuffen und der Traffic fällt plötzlich ab.
Das Problem ist selten das neue Design – sondern die Migration ohne Plan.
Die gute Nachricht: Mit einer sauberen SEO-Migration ist ein Relaunch nicht gefährlich, sondern eine Chance (bessere Struktur, bessere Performance, bessere Conversion).
Vorbereitung: Die 3 Ziele einer SEO-Migration
Ziel 1: Jede relevante alte URL muss eine klare neue Entsprechung haben (oder bewusst entfernt werden).
Ziel 2: Google muss schnell verstehen, dass die neue Seite “die gleiche” ist – nur besser (Redirects, Canonicals, interne Links, Sitemaps).
Ziel 3: Messbarkeit bleibt erhalten: Tracking, Conversions und wichtige Events dürfen beim Relaunch nicht “resetten”.
Wenn du diese drei Ziele erfüllst, verhinderst du die klassischen Relaunch-Katastrophen.
Schritt 1: Ist-Analyse (Content-, URL- und Ranking-Audit)
Liste alle aktuellen URLs (Crawl/Sitemap/Export aus CMS). Das ist deine Ausgangsbasis.
Markiere “Money-Pages”: Leistungsseiten, Kontakt, wichtige Ratgeberseiten, Cases – alles, was Leads bringt.
Prüfe, welche Seiten organischen Traffic bekommen und welche Keywords sie bedienen (damit du nicht aus Versehen Gewinnerseiten opferst).
Dokumentiere Statuscodes, Canonicals, Indexierungsstatus und auffällige Template-Probleme (z. B. duplicate Titles, dünner Content).
Ergebnis: Du weißt, welche Seiten geschützt werden müssen – und wo der Relaunch echte Verbesserungen bringen soll.
Schritt 2: Content-Mapping (alt → neu) statt “wir machen alles neu”
Der größte Fehler ist “wir schreiben alles neu” ohne Mapping. Google braucht Kontinuität und klare Zuordnung.
Für jede wichtige alte URL definierst du eine neue Ziel-URL. 1:1, wenn möglich.
Wenn Inhalte zusammengelegt werden: mehrere alte URLs können auf eine neue starke Seite zeigen – aber nur, wenn die Suchintention wirklich passt.
Wenn Inhalte entfernt werden: prüfe zuerst, ob die Seite Rankings/Links/Traffic hat. Sonst schneidest du dir Leads weg.
Tipp: Halte die neue Informationsarchitektur logisch: Leistungsseiten für kaufnahe Intention, Ratgeber für Informations-Intention, Cases als Proof.
Schritt 3: URL-Strategie und Redirect-Plan (301 ist dein Sicherheitsgurt)
Wenn sich URLs ändern, brauchst du 301-Weiterleitungen. Ohne 301 ist es keine Migration, sondern ein Abriss.
Erstelle eine Redirect-Tabelle: alte URL → neue URL, inkl. Notizen zur Suchintention.
Regel: Nicht alles auf die Startseite redirecten. Das ist ein starkes negatives Signal und verliert Relevanz.
Regel: Keine Redirect-Ketten (A→B→C). Immer direkt A→C.
Regel: Interne Links nach dem Relaunch auf die neuen URLs setzen – nicht auf alte und dann per Redirect “retten”.
Schritt 4: Technische SEO-Checks vor dem Go-live
Staging darf nicht indexiert werden: noindex, Basic Auth oder IP-Restrict – sonst entstehen Duplicate-Probleme.
Canonicals prüfen: Jede Seite sollte ein sauberes Self-Canonical haben (oder bewusst gesetzt sein).
Robots.txt prüfen: keine versehentliche Blockade wichtiger Bereiche.
Sitemap vorbereiten: neue XML-Sitemap(s) sauber generieren und bereitstellen.
Statuscodes prüfen: 200 auf echten Seiten, 404/410 nur dort, wo bewusst entfernt wurde.
Performance prüfen: Bildgrößen, Caching, Third-Party-Skripte – weil ein Relaunch oft auch Speed verändert.
Schritt 5: Interne Verlinkung und Templates (damit Google die neue Struktur versteht)
Interne Links sind ein starkes Signal: Sie zeigen Google, welche Seiten wichtig sind.
Passe Navigation, Footer und kontextuelle Links an: Leistungen ↔ passende Cases ↔ relevante Ratgeber.
Achte auf Überschriftenstruktur (H1/H2/H3) und konsistente Templates – besonders bei Landingpages.
Wenn du Inhalte migrierst: prüfe, ob wichtige Textabschnitte wirklich übernommen wurden (nicht nur “Design-Blöcke”).
Bonus: Baue FAQ-Abschnitte dort ein, wo Einwände entstehen – das hilft Nutzern und erhöht die Chance auf bessere Snippets.
Schritt 6: Tracking & Messbarkeit sichern (damit Leads nicht “unsichtbar” werden)
Relaunches verlieren oft nicht nur Rankings, sondern auch Messbarkeit: Form-Events fehlen, Ziele sind weg, UTM-Parameter werden nicht übernommen.
Stelle sicher, dass Conversions (Formular, Telefonklick, Kalender, E-Mail-Klick) nach dem Relaunch sauber feuern.
Prüfe Weiterleitungen mit Query-Strings: UTMs müssen durchgehen, sonst leidet Kampagnenmessung.
Wenn Formulare neu gebaut werden: Event-Namen, Data Layer oder Tracking-Events müssen konsistent bleiben.
Ein Relaunch ohne Tracking ist wie Vertrieb ohne CRM: Du merkst zu spät, was kaputt ist.
Launch-Day-Checkliste (der “bitte keine Panik”-Plan)
1) Backup/Release-Plan: Rollback möglich?
2) DNS/SSL prüfen: HTTPS überall, keine Mixed-Content-Warnungen.
3) Redirects testen: Stichprobe + automatische Checks (Top-URLs, Money-Pages).
4) Robots/Indexierung: noindex entfernt? robots.txt korrekt?
5) Sitemap einreichen: Search Console / Indexierungs-Signale aktualisieren.
6) 404-Monitoring: sofort sehen, welche URLs fehlen (und schnell fixen).
7) Tracking testen: Conversions, Events, Formulare, E-Mails, Telefonklicks.
8) Performance Quick-Check: LCP/CLS/INP grob prüfen, Third-Party im Blick.
Nach dem Relaunch: Monitoring (erste 30 Tage entscheiden)
Die ersten Tage sind entscheidend: Fehler, die du schnell behebst, retten Rankings und Leads.
Tracke 404s und leite fehlende, relevante URLs nach.
Beobachte Indexierung: Welche Seiten werden indexiert, welche nicht? Gibt es “noindex”-Altlasten?
Vergleiche organischen Traffic und Rankings nicht stündlich, aber regelmäßig – Schwankungen sind normal, Abstürze nicht.
Prüfe Core Pages manuell: Leads, Formulare, Kontaktwege – das ist dein Geschäft, nicht nur ein SEO-Signal.
Die 7 häufigsten SEO-Migrationsfehler (und wie du sie vermeidest)
Fehler 1: Keine vollständige URL-Liste → wichtige Seiten vergessen.
Fehler 2: Redirects fehlen oder zeigen pauschal auf die Startseite.
Fehler 3: Redirect-Ketten und 302 statt 301.
Fehler 4: Interne Links bleiben auf alten URLs (unnötige Redirect-Last).
Fehler 5: Staging wird indexiert oder produktiv bleibt aus Versehen auf noindex.
Fehler 6: Inhalte werden “verschönert”, aber die Suchintention wird zerstört.
Fehler 7: Tracking/Conversions sind nach Go-live kaputt – und keiner merkt es.
Wenn du diese Punkte sauber abarbeitest, ist ein Relaunch normalerweise stabil und planbar.
Fazit: Ein Relaunch ist eine Migration – kein Design-Projekt
Wenn du Relaunch nur als Optik-Projekt behandelst, riskierst du Sichtbarkeit und Leads.
Wenn du Relaunch als Migration behandelst (Audit → Mapping → Redirects → Checks → Monitoring), bekommst du das Beste aus beiden Welten: bessere Website und stabile Rankings.
Wenn du willst, begleiten wir euren Relaunch mit einer klaren SEO-Migrations-Checkliste und einem Go-live-Plan – damit nichts “aus Versehen” schiefgeht.
Du planst einen Relaunch und willst keine Rankings verlieren? Wir machen ein SEO-Migrations-Audit (URL-Mapping, Redirects, Indexierung, Tracking) und begleiten den Go-live mit Checkliste.
