Warum ein Website-Briefing den Unterschied zwischen Tempo und Chaos macht
Viele Website-Projekte starten mit einer guten Idee, aber ohne klare Grundlage. Dann entstehen Rueckfragen, widerspruechliches Feedback und unnoetige Schleifen.
Ein gutes Website-Briefing ist keine Formalitaet, sondern ein Projektwerkzeug: Es klaert Ziele, Zielgruppe, Umfang, Zustaendigkeiten und Prioritaeten.
Gerade bei Webdesign- und Relaunch-Projekten spart ein sauberes Briefing Zeit, Budget und Nerven, weil Entscheidungen frueh getroffen werden statt erst kurz vor dem Launch.
Wenn du eine Agentur briefst, ist das Briefing auch ein Qualitaetsfilter: Gute Anbieter erkennen schneller, was wirklich gebraucht wird und wo Risiken liegen.
Die 7 Pflicht-Bloecke in jedem Website-Briefing
1) Unternehmenskontext: Wer seid ihr, was verkauft ihr, was unterscheidet euch?
2) Projektziel: Was soll die Website konkret verbessern (Anfragen, Bewerbungen, Termine, Umsatz)?
3) Zielgruppe: Wen wollt ihr erreichen, welche Fragen und Einwaende hat diese Zielgruppe?
4) Umfang: Welche Seiten, Funktionen und Inhalte sind Pflicht und was ist optional?
5) Design/Marke: Welche visuelle Richtung passt, welche Beispiele gefallen oder gefallen nicht?
6) Technik/SEO/Tracking: CMS, Integrationen, Redirects, Search Console, Analytics, Messziele.
7) Organisation: Deadline, Freigabeprozess, Ansprechpartner, Budgetrahmen und Entscheidungswege.
Ziele und Erfolgsmessung: Der wichtigste Teil im Briefing (und am haeufigsten zu allgemein)
Formulierungen wie "moderner werden" oder "besser wirken" helfen im Projekt kaum. Ein gutes Briefing benoetigt messbare Ziele oder zumindest klare Erfolgsbilder.
Beispiele fuer gute Ziele: mehr qualifizierte Kontaktanfragen, weniger unpassende Anfragen, mehr Bewerbungen, mehr Reservierungen oder mehr direkte Bestellungen.
Definiere pro Projekt 1 bis 2 Hauptziele und wenige Nebenziele. Zu viele gleich wichtige Ziele machen die Website unklar und schwaechen Conversion.
Lege direkt fest, wie Erfolg gemessen wird: Formularanfragen, Telefonklicks, Terminbuchungen, Angebotsdownloads, Newsletter-Anmeldungen oder Shop-Conversions.
Webdesign-Briefing: Inhalte, Seitenstruktur und Funktionen klar beschreiben
Ein Webdesign-Briefing ist am besten, wenn es nicht nur "Designwuensche", sondern auch Struktur und Inhalte beschreibt.
Liste die geplanten Seiten auf (z. B. Start, Leistungen, Ueber uns, Referenzen, Kontakt, Karriere) und notiere je Seite das Ziel der Seite.
Trenne Pflichtfunktionen von Wunschfunktionen: Kontaktformular, Bewerbungsformular, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Shop, Schnittstellen, Login-Bereich.
Wenn Inhalte noch fehlen, ist das kein Problem - aber markiere es klar im Briefing. Offene Content-Punkte sind einer der haeufigsten Gruende fuer Verzoegerungen.
Website-Briefing fuer Relaunches: Diese Punkte fehlen fast immer
Ein Relaunch-Briefing braucht mehr als ein "neues Design". Du migrierst bestehende Sichtbarkeit, Inhalte und technische Signale.
Pflichtangaben fuer Relaunch-Projekte: aktuelle Domain(s), bestehendes CMS/Hosting, Zugriff auf Search Console/Analytics, Liste wichtiger Seiten und Formulare.
Wichtig ist ein fruehes Signal, welche Seiten organisch Anfragen bringen. Diese Seiten duerfen im Relaunch nicht zufaellig "vereinfacht" oder entfernt werden.
Wenn sich URLs aendern, muss das Briefing einen Redirect-Plan als Arbeitspaket enthalten. Ohne diesen Punkt ist ein Relaunch-Risiko praktisch vorprogrammiert.
SEO, Tracking und Technik im Briefing: Nicht spaeter "auch noch dazu"
SEO und Tracking werden oft zu spaet erwaehnt. Dann steht das Design, aber wichtige Anforderungen wie Landingpage-Struktur, FAQ-Bloecke oder Tracking-Events passen nicht mehr sauber rein.
Nenne im Briefing wichtige Keywords oder Themencluster (z. B. Leistungen, Staedte, Branchen), falls SEO fuer euch relevant ist.
Definiere Tracking-Grundlagen: Welche Conversions sollen gemessen werden? Gibt es bestehendes GA4/GTM-Setup? Welche Events sind wichtig?
Technische Randbedingungen gehoeren ebenfalls rein: Hosting-Wuensche, Datenschutzanforderungen, Schnittstellen, Redaktionsworkflow, Mehrsprachigkeit, Performance-Prioritaeten.
Freigaben, Rollen und Projektorganisation: Der meist unterschaetzte Hebel
Viele gute Briefings scheitern nicht am Inhalt, sondern an der Organisation: zu viele Entscheider, unklare Freigaben, fehlende Deadlines auf Kundenseite.
Lege im Briefing fest, wer fachlich liefert, wer final entscheidet und wer Freigaben erteilt. Ein klarer Owner beschleunigt das Projekt massiv.
Definiere Feedback-Regeln: gesammelt statt stueckweise, priorisiert statt widerspruechlich, mit festen Review-Fenstern statt Dauer-Pingpong.
Wenn externe Partner beteiligt sind (Texter, Fotograf, IT, Datenschutz), sollten deren Zuarbeiten und Abhaengigkeiten ebenfalls im Briefing sichtbar sein.
Website-Briefing Checkliste (kompakt) - das sollte drinstehen
Projektziel und KPIs (was soll die Website messbar verbessern?).
Zielgruppen, Angebote, Einwaende und wichtigste Botschaften.
Seitenliste/Sitemap inkl. Ziel je Seite und Prioritaeten.
Pflichtfunktionen und optionale Features (mit Prioritaet).
Bestehende Inhalte/Assets: Texte, Bilder, Cases, Logo, CI, PDFs.
Designrichtung: positive und negative Beispiele mit Begruendung.
SEO-Anforderungen: relevante Themen, bestehende Rankings, Relaunch-Migration, Redirects.
Tracking-Anforderungen: Formular-Events, Telefonklicks, Buchungen, Downloads.
Technik/Integrationen: CMS, Hosting, Newsletter, CRM, APIs.
Projektorga: Ansprechpartner, Freigaben, Timing, Budgetrahmen, Deadline.
Vorlage fuer ein Projekt-Briefing (einfach uebernehmen und ausfuellen)
1. Ausgangslage: Warum wird das Projekt gestartet? Welche Probleme gibt es aktuell?
2. Ziele: Hauptziel(e), Nebenziele, KPIs und Prioritaeten.
3. Zielgruppe: Wer soll die Website nutzen und was erwartet diese Person?
4. Leistungsangebot: Welche Angebote/Produkte sollen im Fokus stehen?
5. Umfang: Welche Seiten/Funktionen werden benoetigt? Was ist out of scope?
6. Inhalte/Assets: Was existiert bereits, was muss neu erstellt werden?
7. Design/Marke: CI, Farbwelt, Bildsprache, Referenzseiten, No-Gos.
8. SEO/Tracking/Technik: Keywords, bestehende Tools, Integrationen, Relaunch-Migration.
9. Organisation: Team, Freigaben, Kommunikationswege, Zeitplan, Budgetrahmen.
10. Risiken/Abhaengigkeiten: fehlende Inhalte, externe Partner, interne Entscheidungen.
Die haeufigsten Briefing-Fehler (und wie du sie vermeidest)
Fehler 1: Nur ueber Design sprechen, aber nicht ueber Ziele und Conversion.
Fehler 2: Umfang nicht priorisieren - dann wird im Projekt alles "Pflicht".
Fehler 3: SEO/Tracking erst nach Design/Entwicklung ansprechen.
Fehler 4: Keine klare Freigabeperson - dadurch widerspruechliches Feedback.
Fehler 5: Relaunch ohne Angaben zu Rankings, Top-Seiten und Redirect-Anforderungen.
Fehler 6: Zu vage Formulierungen ("modern", "hochwertig"), aber keine Beispiele oder Kriterien.
Fehler 7: Deadline nennen, aber keine internen Zuarbeiten terminieren.
Fazit: Ein gutes Website-Briefing ist bereits halbe Projektsteuerung
Wenn dein Website-Briefing Ziele, Umfang, SEO, Tracking und Organisation sauber abdeckt, laeuft das Projekt in der Regel schneller und mit deutlich weniger Reibung.
Du musst kein perfektes Dokument abliefern. Wichtiger ist, dass die entscheidenden Punkte frueh sichtbar sind und priorisiert werden.
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